Megatrends

Globale Herausforderungen in Einklang bringen

Damit wir die Entwicklung vorantreiben können, ohne auf Wachstum zu verzichten, müssen wir unsere geschäftlichen Aktivitäten mit den Beschränkungen unseres Planeten und den gesellschaftlichen Mitteln in Einklang bringen. 

Megatrends | Volvo Group

Globale Perspektive

Den Wohlstand in jeder Hinsicht zu sichern bedeutet, dass wir die Umweltauswirkungen und die Nutzung der begrenzten gesellschaftlichen Mittel bei unserem Handeln berücksichtigen.

Die Abbildung rechts, bei der es sich um eine vereinfachte Version des „Donut-Ökonomie“-Modells von Kate Raworth handelt, veranschaulicht, wie sich der Mensch entwickeln kann, ohne dem Planeten zu schaden. Es gibt zwei Grenzen: Die innere soziale Grenze und die äußere ökologische Grenze, die sich am gesellschaftlichen Fundament und am ökologischen Überbau orientieren. Dazwischen gibt es einen Bereich, der für einen umweltverträglichen und gesellschaftlich gerechten Raum steht, in dem Wohlstand gedeihen kann. In diesem Bereich findet eine inklusive und nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung statt.

Wenn die gesellschaftlichen Mittel zu knapp sind, bedeutet dies, dass Menschen nicht über genug Nahrung, Wasser, medizinische Versorgung, Energie etc. verfügen, was sich wiederum negativ auf die Menschenrechte auswirkt. Werden natürliche Ressourcen überbeansprucht, führt dies zu Klimawandel und schadet der Artenvielfalt.

Die Verwendung dieses Modells und unserer PESTEL-Situationsanalyse (Political, Economic, Social, Technological, Environmental & Legal) fördert eine Reihe wichtiger Trends für unsere Branche zutage.

Branchenperspektive

Umweltbedrohungen und Ressourcenknappheit

Die Verbrennung fossiler Brennstoffe zählt zu den Hauptursachen für CO2- und andere Emissionen, die Klimawandel und Umweltverschmutzung verursachen. Unternehmen aus unserer Branche reagieren darauf, indem sie die Kraftstoffeffizienz verbessern und auf kohlenstoffarme Alternativen setzen. Umweltbedenken fördern das Interesse an Elektromobilität sowie an alternativen und erneuerbaren Kraftstoffen. Die Entwicklung auf dem Land und in der Stadt geht verschieden schnell und in unterschiedlicher Richtung voran und hängt von der Verfügbarkeit natürlicher Ressourcen und Kraftstoffe, von der Infrastruktur, vom politischem Willen sowie von Fördermaßnahmen ab. Wir wollen der Ressourcenknappheit begegnen, indem wir herausfinden, wie sich Produkte und Komponenten besser transportieren, recyceln und wiederaufbereiten lassen.

Verstädterung

Der Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen geht davon aus, dass es 2050 mehr als neun Milliarden Menschen geben wird. Schon jetzt lebt die Hälfte der Weltbevölkerung in Städten. In den nächsten zehn Jahren werden wir vor allem in Asien und Afrika eine deutlich verstärkte Bewegung vom Land in die Städte erleben. Mit der Bevölkerungszunahme in den Städten geht ein zunehmender Mobilitätsbedarf einher. Städte stehen vor wachsenden sozialen und ökologischen Herausforderungen wie Verkehrsstaus, Umweltverschmutzung, Lärm und Verkehrsunfälle. Die Transport- und Infrastrukturbranche muss auch weiterhin sicherere, sauberere und effizientere Lösungen für alle Arten der Stadtentwicklung bereitstellen, ganz gleich ob es sich um kleine oder mittlere Städte oder um Megastädte handelt.

Geopolitische Ungewissheit

Unsere Transport- und Infrastrukturlösungen sind in unterschiedlichen Märkten in aller Welt gefragt. Wenn die Welt immer zersplitterter und geopolitisch instabiler wird, manifestiert sich dies in divergierenden Handels-/Transportregeln und Kundenanforderungen sowie in einer Wettbewerbsdynamik zwischen Märkten und innerhalb von Märkten. Unsere Branche muss sich mit wechselnden wirtschaftlichen Bedingungen, Protektionismus und neuen Bestimmungen auseinandersetzen, menschliches Kapital nutzen und fördern und die Nachhaltigkeit, Wirksamkeit und Sicherheit in der Wertschöpfungskette verbessern.

Schutz und Sicherheit

Jedes Jahr kommen weltweit mehr als 1,2 Millionen Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben, und mehr als 50 Millionen Menschen werden verletzt. Verkehrssicherheit und Transporteffizienz müssen verbessert werden. Mehr Unterricht in Sachen Verkehrssicherheit und eine bessere Planung der Verkehrswege sind Teil der Lösung. Hinzu kommen Fortschritte in Sachen Nutzfahrzeug- und Maschinenautomation. Wir erwarten, dass sich die Entwicklung intensivieren wird, was auch für die Automation im Fertigungsbereich gilt. Durch den Einsatz selbstfahrender Fahrzeuge wird die Branche mehr Sicherheit, bessere Verbrauchswerte und effizientere Transporte ermöglichen können.

Digitalisierung und technologischer Wandel

Wir leben in einer extrem vernetzten Welt mit einer Vielzahl von Technologien, dem Internet der Dinge (IoT) und der Cloud. Während 1995 etwa 1 % der Weltbevölkerung über eine Internetverbindung verfügte, sind es heute rund 40 %, und die Anzahl der mit dem IoT verbundenen Geräte wird den nächsten Jahren rapide zunehmen.

Die Digitalisierung bewirkt einen branchenübergreifenden Wandel und betrifft alle Aspekte unserer Branche – von der Wertschöpfung bis hin zur Entwicklung, Produktion und Zusammenarbeit. Mehr als 800.000 Fahrzeuge der Volvo Group sind vernetzt. Auf der Basis unserer Datenerkenntnisse bieten wir unseren Kunden neue Dienstleistungen an, die Teil unseres Komplettangebots sind.

Im Zusammenhang mit der Digitalisierung sehen wir Potenzial für einen erhöhten Kundennutzen. Gleichzeitig müssen wir uns an die sich ständig ändernden Datenschutzgesetze halten und die Unversehrtheit von Daten gewährleisten, um Produktionsausfälle und Unterbrechungen unserer Wertschöpfungskette zu vermeiden.